Titelbild der Ausstellung "Too young to die old". Moosbewachsener Gartentisch

Das schönste und freundlichste deutschsprachige Lyrik-Medium hat vier Texte von mir veröffentlicht und das wichtigste Kunstkollektiv Jenas lädt zur vorerst letzten Ausstellung ein.

Die Ausstellung Too young to die old in Jena

Vom 16. bis zum 30. November veranstaltet nullachtsechzehn seine vierte Ausstellung unter dem Titel Too young to die old. Fast zwanzig Künstler*innen, die sich mit dem Thema Jungsein im Jahr 2025 auseinandergesetzt haben, tragen Bilder, Installationen, Filme und Texte bei. Musik gibt es auch. Neben gepflegtem Wände-Anschauen können sich Besucher*innen in partizipativen Elementen und Workshops auch selbst in die Ausstellung einschreiben.

Von mir werden bei der Veranstaltung einige Gedichte ausgestellt. Ich bin damit nicht ganz glücklich, da ich meine, dass meine Lyrik besser in Büchern aufgehoben ist, die man in Ruhe lesen kann. Eigentlich war eine Lesung mit mehreren Leuten geplant, bei der ich Prosa gelesen hätte, aber die ist mangels ausreichend schreibender/lesender Personen leider nicht zustande gekommen. Nichtsdestoweniger habe ich in den letzten Ausstellungen festgestellt, dass sich sehr viele Menschen auch in vollen Ausstellungsräumen Zeit nehmen, um die Gedichte in Ruhe zu lesen, kann also beruhigt sein und freue mich trotzdem.

Texte und Bilder hängen, Dosenbier ist gekauft und alle Werkschilder kleben an der richtigen Stelle. Wer also im November in Jena ist und eine Kunstausstellung sehen will, die (so hoffen wir) unabhängig von bildungsbürgerlichen Ästhetikvorstellungen und Gefälligkeitslogiken kuratiert wurde, sollte an den folgenden Tagen mal in der Galerie Jena im Spitzweidenweg 28 vorbeischauen:

Nullachtsechzehn hat in den letzten beiden Jahren mit einer kleinen Kerngruppe richtig viel auf die Beine gestellt, was einerseits cool ist, andererseits aber extrem viel Stress bedeutet und Zeit für die Kunst beziehungsweise das Schreiben an sich raubt. Deshalb wird die Ausstellung vorerst die letzte größere Aktion gewesen sein, da wir im nächsten Jahr erstmal eine Pause einlegen werden. Wir brauchen alle mal ein bisschen Ruhe von Förderanträgen, Pressemitteilungen und herablassenden Boomern und wieder mehr Zeit für unsere eigentlichen Kunst- und Schreibprojekte. Will sagen: letzte Gelegenheit. Ich werde berichten.

Veröffentlichungen bei Pigeon Publishing

Kurz auch noch der Hinweis, dass vier meiner Gedichte als Text und Audio bei Pigeon Publishing erschienen sind. Die Menschen von Pigeon Publishing sind die ersten, die einen Text von mir nicht nur angenommen, sondern mir auch eine ausführliche positive Rückmeldung dazu gegeben haben und generell sehr wertschätzend mit ihren Autor*innen umgehen. Man könnte meinen, es könnte etwas damit zu tun haben, dass sie wert darauf legen, sich von „bürgerlich-institutionellen Hürden und dem dazugehörigen Kunst-Elitarismus“ fernzuhalten. Abgesehen von meinen Texten gibt es entsprechend auch viele andere lesenswerte Texte.

Erwähnenswert ist auch, dass die Webseite wunderschön designt und übersichtlich ist. Das hat man ja selten zusammen. Selbst über das Pop-up, das zum Newsletter-Abo auffordert, kann man sich freuen, weil es so gut aussieht und weil Medien, die einen Newsletter anbieten, gute Medien sind.

Liebe & Grüße