Eine Person mit dunklem Hoodie sitzt in einem dunklen Raum und macht verdächtige Dinge an einem Computer.

Um im Falle eines plötzlichen durchschlagenden literarischen Erfolges nicht mit leeren Händen dazustehen, habe ich mir schon mal eine Webseite erstellt. Außerdem hasse ich Instagram, möchte mir aber dennoch die Möglichkeit offenhalten, weltbewegende Dinge ins Internet zu schreiben.

Warum denn ausgerechnet eine Webseite?

Weil ich hier alles genauso machen kann, wie ich möchte. Texte dürfen lang sein, Bilder dürfen Querformat haben und es gibt keine Einweg-Inhalte, die nach 24 Stunden wieder verschwinden. Niemand trifft frustrierende Entscheidungen über die Gestaltung der Seite oder darüber, welche Inhalte blockiert und welche gepusht werden. Die User Experience wird großartig, denn alles ist hübsch aufgeräumt und hat eine nachvollziehbare Ordnung, es liegen keine hässlichen Buttons auf den Inhalten und geworben wird nur für die genialen Früchte meines Geistes.

Und was machen wir jetzt hier?

Ganz genau weiß ich das noch nicht. Ich werde die Seite und den Newsletter auf jeden Fall nutzen, um anzukündigen, wenn Termine anstehen, Texte veröffentlicht wurden oder ich über Nacht scheiße reich geworden bin (s. o.). Es wird auch richtige Texte geben und höchstwahrscheinlich werden sie etwas mit den Themen Schreiben, Kulturbetrieb, Medien und dem Politischen zu tun haben. Vielleicht werde ich hier auch den ein oder anderen literarischen Text oder mal ein Video veröffentlichen.

Ich habe viele Ideen, werde mich aber auf nichts festlegen, denn die Webseite gibt es vor allem, weil ich total hyped darauf bin, Social Media gegen eine selbstverwaltete Spielwiese einzutauschen, die keinen neurechten Milliardären gehört und mich nicht mit irren Netzwerklogiken und Formatvorgaben beengt. Vorerst also Spontaneität.

Warum .org?

Weil mein Hosting-Dienst die Top-Level-Domain .de nicht anbietet. .net war mir zu 90er Jahre, .blog zu bloggig, Endungen wie .plumbing.fun.dentist.vodka, oder .dating schienen mir irreführend und .cheap kostet mehr als doppelt so viel wie konventionelle Top-Level-Domains. Dann blieben noch .com und .org, wobei ersteres sich eher an kommerzielle Unternehmen richtet und letzteres eher an Non-Profit-Organisationen. Da ich zwar keine Organisation bin, aber Profit definitiv nicht vorhanden ist, habe ich .org genommen.

Ich find’s ja voll gut, dass du so Anti-Establishment bist und zu deinen Boomer-Ansichten bezüglich Social Media stehst, aber ich kann dir ja jetzt gar nicht mehr folgen!

Doch! Erstens kannst du dich in den Newsletter eintragen, dann bekommst du bis zu einmal im Monat eine Mail mit aktuellen Texten, Ankündigungen und der (gerundeten) Anzahl neu hinzugekommener Literaturpreise. Das ist im Vergleich zu Social-Media-Konventionen sehr selten, aber wenn ich in deinen Mails aufploppe, weißt du, dass es auch wirklich was zu erzählen gibt und ich nicht nur ein halbamüsantes Foto in der Stadt gemacht oder ein lustiges Meme gesehen habe. Und eine Mailadresse haben wir schließlich alle.

Zweitens kannst du das Blog (doch, es heißt das Blog) dieser Webseite per RSS-Feed abonnieren. Dafür brauchst du nur einen RSS-Reader (bei vielen Browsern direkt integriert) und diesen Link. RSS geht übrigens – auch wenn es oft versteckt ist – mit vielen Webseiten und hat den Vorteil, dass nicht die Launen irgendwelcher Algorithmen bestimmen, ob man über neue Inhalte auf dem Laufenden bleibt oder nicht. Das war irgendwie nie so richtig in, ist aber eigentlich total geil, weil man alle Medieninhalte, die einen interessieren, an einem Ort hat, sie chronologisch auftauchen und man sie sich so sortieren kann, wie man möchte.

(Drittens kann man diesem Blog auch über wordpress.com folgen, sofern man da ein Konto hat.)

Was ist mit dem Fediverse?

Das Fediverse ist absolut cool, aber Social Media kommt für mich gerade leider nicht infrage. Ich bin nicht unmittelbar davon abhängig, meine Inhalte möglichst weit zu streuen und habe aktuell gar keinen Bock darauf, als Person auf einem sozialen Netzwerk aktiv zu sein. Selbst Netzwerke wie Mastodon oder Pixelfed, die ich eigentlich total unterstützenswert finde, machen mir schlechte Laune, weil ich diesem Dauerfeuer an kleinen, meistens nur schnell hingeschriebenen Inhalten gerade einfach überdrüssig bin. Da ich auf die (potenzielle) Reichweite momentan verzichten kann, mache ich lieber Inhalte von der Art, auf die ich sie auch selber gerne konsumiere.

Außerdem höre ich wirklich nie jemanden sagen, dass er*sie wirklich Freude an Social Media hat. Die meisten sind zwar noch bei Instagram, finden es aber eigentlich weitgehend scheiße. Nur ohne bekomme man halt nichts mit, dort seien ja alle und gerade als Kreative*r brauche man es eben. Aber wenn es niemand hätte, wäre das schon auch erleichternd. Um dem Ende dieser Misere heldenhaft Vorschub zu leisten, gehe ich als Pionier voraus in eine Welt, in der wir uns gegenseitig auf unseren liebevoll gestalteten Blogs besuchen, uns alle paar Wochen eine Newsletter-Mail schicken und zwischendurch mal wieder Zeit haben, an die frische Luft zu gehen, so wie unsere Eltern es uns immer empfohlen haben, bevor sie selbst in den Tiefen von Whatsapp und Facebook verschwunden sind. 

Darüber werde ich sicher auch irgendwann mal einen Beitrag schreiben. Jedenfalls: Man kann mir noch folgen, ich freue mich, wenn das jemand tut und ich folge auch zurück, aber nur per Mail, RSS-Feed oder Print!

Okay danke, ich werde sofort alle meine Meta-Accounts löschen und mich mal wieder offensiv entschleunigt in den Park setzen und ich freu mich total auf deine nächsten Blogbeiträge

Voll lieb, danke c: